Facebooken Sie noch?

Jeder kennt es, fast jeder hat es. In der Schweiz verfügen beinahe drei Millionen Menschen über ein Benutzerkonto bei Facebook. Für viele Firmen ein ausreichender Grund, mit einer redaktionellen Unternehmensseite beim blauen Riesen präsent zu sein. Doch nur wenigen Unternehmen gelingt es, regelmässig und versiert aufzufallen und damit den gewünschten Marketing-Effekt zu erzielen.

Zwei Drittel aller Schweizer Unternehmen und Organisationen betreiben eine Facebook-Seite, das ergab eine Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften. Doch betreiben ist vielleicht nicht das richtige Wort, denn viele dieser Online-Präsenzen sind leere Hülsen ohne relevante Inhalte, ohne Interaktion oder Beteiligung der Fans.

Wer braucht überhaupt eine Facebook-Seite?

Grosse Unternehmen, welche viel in ein innovatives, sympathisches Image investieren, sind mit einer aktiv gepflegten Facebook-Seite sicher gut bedient. Reputation heisst hier das Zauberwort, das sich mit viel Einsatz und noch mehr Know-how bezüglich Krisenkommunikation und Deeskalation erreichen lässt. Auch emotionale Themen oder Marken lassen sich mit einer Facebook-Seite sehr gut bewerben. Hier dominieren ebenfalls weiche Faktoren wie Kundenbindung, Markenpflege oder Aufmerksamkeit für Themen.

Verkaufsstrategien sind auf Facebook vor allem bei Lifestyle-Produkten erfolgversprechend. Konzerttickets, Kleider, Bücher, Kosmetika und ähnliches erreichen die Facebook-Nutzer in einer Stimmung, in der sie mit Freunden oder der Familie chatten, gemeinsame Aktivitäten abmachen oder sich einfach privat wieder auf den neuesten Stand bringen wollen. Genau deshalb loggt sich nämlich der grösste Teil der Facebook-Nutzer auf der Plattform ein. Berufliche Themen wie Aus- und Weiterbildung, Ein- und Verkauf, Arbeitsgeräte oder ähnliches hingegen interessieren nur diejenige Minderheit der Facebook-Nutzer, die während ihrer Arbeitszeit für ihren Arbeitgeber online sind.

Lohnt sich Social-Media-Marketing für uns?

Soziale Netzwerke haben sich in der privaten Internet-Nutzung grossflächig durchgesetzt. Die Ansprüche von aussen legen für viele Unternehmen eine Social-Media-Präsenz tatsächlich nahe. Ob diese jedoch aus einer Facebook-Seite, einem Twitter-Account oder aus anderen Diensten besteht, hängt vom Umfeld ab. Als Faustregel gilt: Erwarten Kunden, Mitarbeitende, Familienmitglieder und das lokale Umfeld einen Social-Media-Auftritt, dann lohnt sich dieser aus rein netzwerkerischen Überlegungen. Und die zweite Faustregel: So wie Kunden, Mitarbeitende, Familienmitglieder und das lokale Umfeld in den sozialen Medien präsent sind, ist es idealerweise das Unternehmen auch.

Persönliches Profil oder Unternehmensauftritt?

Lokale Unternehmen, inhabergeführte KMU oder Gewerbebetriebe brauchen in der Regel keine Firmenpräsenz auf Facebook. Überall da, wo die Geschäftsbeziehungen auf Persönlichkeiten aufbauen, ist es vorteilhaft, auch das Social-Media-Marketing auf diesen Persönlichkeiten aufzubauen. Ein Coiffeur-Salon beispielsweise investiert Zeit und Geld besser, wenn ins Zentrum des Online-Marketings eine gute Website mit aktuellem Nachrichtenbereich, Preisliste und direkter Buchungsmöglichkeiten gestellt wird. Mitarbeiterinnen und auch die Saloninhaberin können auf Facebook, falls ihre Profile gesellschaftlich verträglich sind, Kontaktanfragen von Kunden und Kundinnen annehmen sowie aktuelle Firmennachrichten und Aktionen mit ihrem Netzwerk teilen. Ganz so, wie man dies in den Business-Netzwerken Xing und Linkedin bereits gewöhnt ist.

Alternativen zu Facebook

Wer die Masse sucht, für den ist Facebook erste Wahl. Doch Hand aufs Herz: Viele Schweizer Unternehmen und Marken sind nicht auf die Masse ausgerichtet. Und knapp drei Millionen Facebook-Nutzer bedeuten noch lange nicht drei Millionen neue Kunden. Je nach Ausrichtung der Firma und Art der Kundschaft gibt es bessere Social-Media-Dienste als der blaue Riese. Geschäftskunden lassen sich lieber auf Xing, Linkedin oder Google-Plus ansprechen. Pinterest setzt sich bei bild- und lifestyle-orientierten, mehrheitlich weiblichen Nutzern durch. Twitter zeichnet sich durch eine gut durchmischte, sehr dialogbereite Nutzerschaft aus. Und sogenannte Location-Dienste bieten mitteilungsfreudigen Smartphone-Nutzern die perfekte Spielwiese. Auf welcher Plattform schlussendlich aktiv Social-Media-Marketing betrieben wird, hängt also wiederum von den Bedürfnissen des bestehenden Netzwerkes ab, von den Kundinnen und Kunden, den Mitarbeitenden und deren Familien und Freunden.

Quelle: www.managementpraxis.ch
Autor: Caviglia, Daniela A.

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